Über die Grenzen des Strich-Punkt Rätsels hinaus.
„Was mich beindruckt sind die gewöhnlichen Dinge: Leiter, Gerüste, Einkaufskörbe, Bodeneinläufe, Gitter. Wir sollten keine Scheu haben, uns mit diesen Dingen zu befassen und ihre verborgene Schönheit entdecken: den flimmernden Glanz, die Geometrie, die Form und Struktur.
Im künstlerischen Ausdruck ist mir wichtig, dass die Art und Weise zu malen auch das Wesen des Inhalts wiedergibt. Ich versuche, den Gehalt ausschließlich durch die Form zum Ausdruck zu bringen. Ich spiele mit den Sinnen, mit der Illusion, versuche unsere kopflastige Wahrnehmung zu überlisten, indem ich mich des simplen Instruments der Matrix bediene.
Bei der Gestaltung von immer komplexeren Bildern fand ich mich vor der Problematik der Relation Bild – Empfänger, und nämlich seiner Bedenken über den Bestand eigener Einschätzung ohne dass sie zuvor von der Frage gestützt wurde: Was sehe ich? Daher beschloss ich die von mir konstruierte Schablone einem nicht standarisierten Denken gegenüber zu stellen, das ich vom Empfänger erwarte. Ich konzentriere mich daher auf die subjektiven formalen Werte eines Gegenstands, das immer nur unter dem Aspekt der subjektiven Wahrnehmung existent wird.
Durch die Form und Struktur meiner Malerei möchte ich ein Denken outside the box in Bewegung setzen, in der Anknüpfung an den berühmten Rätsel von Ernest Dudeney aus dem XX Jh. Es geht hier darum, neun Punkte mit Hilfe von vier Linien zu verbinden, ohne den Stift vom Blatt zu nehmen. Acht von diesen Punkten bilden den Rand eines Quadrats, der neunte befindet sich n seinem Zentrum. Die Lage der Punkte suggeriert die Suche nach der Lösung innerhalb des Quadrats, doch möglich ist sie nur, wenn man die Grenzen des gedachten Schemas überschreitet.”

