Die Form der Stille.
Die Stille hat eine sehr konkrete Gestalt,
eine Form, die erfahrbar ist und sichtbar.
Sie ist eine Qualität der Harmonie.
Schwarz und Weiß zeichnen eine Wüste, in der Spiritualität zum Ausdruck kommt. Sie besetzen die Pole zwischen den Ereignissen der Wirklichkeit. Dort berühren wir die Essenz der Dinge. Das Karge und das Edle. Lass dir von Niemandem erzählen was schwarz ist und was weiß. Es ist dein eigenes mentales Abenteuer…
Das, was ich tue, ist eigentlich ein Versuch, mit der Materie zu sprechen. Unter diesen Umständen kann ich sie nicht einfach zum Baumaterial eines Kunstwerkes erklären. Irgendwie wird sie zum Partner, zum mitwirkenden Urheber. Wie in jedem Dialog ist das Lauschen in die Welt des Anderen hinein besonders wichtig. Daher, in meinen Aktivitäten ist es essentiell, der Materie zu horchen, um sie dann später beim Akt des Malens nicht zu übertönen, ihr die Freiheit zu lassen, ihre eigene Melodie zu spielen. Nicht einfach, in unserer lauten Zeit, wo das Hören überhaupt kaum möglich ist und daher besonders kostbar. Also auch wenn die Gegebenheiten es nicht leicht machen, kommt dabei oft ein Quäntchen Sinn zum Vorschein – und das nicht nur von subjektiver Art, wie ich hoffe. Ob es so tatsächlich ist… Die Zeit wird zeigen.
Ich versuche immer den Raum der Beziehungen zwischen den diversen Elementen der Realität zu ergründen, zu greifen. Mich interessiert nicht das Aussehen oder die erkennbare Abbildung der Dinge, die jeder kennt. Mich interessieren die Eigenschaften, Relationen, Querverweise und Kräfte, die die Welt – ihre Ordnung und Harmonie – zusammenhalten. Wir spüren ihr Wirken, doch nicht die visuelle Gestalt; sie leben in der Abstraktion. Unsichtbar und „zwischen den Dingen“ – sie sind die Matrix und das Bindemittel allen Seins und bewegen sich irgendwo in den Ebenen der Idee, der Schönheit, der Harmonie, der Ordnung, des Sinnes. Es sind Begrifflichkeiten, daher ist eine Sprache des Abstrakten, die Einzige die ihrem Wesen entspricht.

