WET PLATE - „Nasses Kollodium“ Verfahren
Die Kollodium Nassplatte wurde 1850/51 von Frederick Scott Archer und Gustav Le Gray entwickelt. Das nasse Kollodium Verfahren setzt eine sofortige Verarbeitung der Fotografie voraus. Es handelt sich um eine Technik, bei der eine Kollodiumschicht auf einer Glasplatte belichtet wird, die in einem Silbernitratbad zuvor lichtempfindlich gemacht wird. Der Bildträger kommt anschließend in die lichtdichte Fotokassette, die dann in die Kamera eingelegt wird. Nach der Belichtung, wird das Bild in der Dunkelkammer sofort weiterverarbeitet. Nach der Trocknung der Glasplatte wird diese unter einer Flamme erhitzt und mit einer Mischung aus Gum Sandrac und Lavendelöl gevarnischt. Danach wieder erhitzt, um das Varnish in die Platte einzuarbeiten und zu versiegeln.
Fast immer wählt Diemer hochwertiges schwarzes Opalglas als Bildträger. Alle für den fotografischen Prozess benötigten Materialien werden zeitintensiv vom Künstler selbst hergestellt. Eine zusätzliche Innovation ist hier das Passpertout (auf Wunsch) aus dem japanischen Kakishibui Gewebe – sehr kostbar und eine weltweit einzigartige Präääsentationsform. Kaki – leitet sich vom Namen der Persimon Frucht, shibu – meint: adstringend. Shibui stellt in Japan die höchste Form der Schönheit dar – einer Qualität, die keine Erklärung benötigt, und ein Synonym für: Reife, Komplexität, Tradition und patina – nur Kraft des natürlichen Prozesses zu erreichen. Shibui bringt Sinn ins Leben.
So sind die Fotografien von Steffen Diemer von einer einzigartigen Aura getragen: Jede Arbeit ist ein Unikat, das durch die nahezu dreidimensionale Haptik und sagenhafte Schärfe besticht. Handgemacht und individuell.
Steffen Diemer
Looking for the secret which underlies all beings … more

