Mikolaj Chylak

Das Bild hinter dem Gedanken ... mehr
Fata Morgana. „Die Erde pulsiert in der Hitze. Etwas erscheint in langsamer Bewegung am Horizont der Wüste, von links nach rechts und zurück. Der Punkt, den ich betrachte scheint sich zu weiten, zu nähern, zu fallen. Kurz zum Greifen nahe vor mir, dann kehrt es wieder zurück, der Punkt wird zur Linie. Ein Komma, kein Punkt mehr. Kurz danach – eigentlich ist die Zeit gar nicht mehr da – ich möchte es fassen, und es zerschmilzt wieder mit der Einöde. Mein Blick ist das Einzige, was mitschwingt im Gleichklang. Es ist fort. Die Landschaft vollkommen leer und die einzige Regung ist die Schwingung der Erde. Ich würde gerne die Punkt so weit voneinander wie möglich platzieren, und dennoch Bezug nehmend, sodass eine wage Kommunikation entstehen kann. In diesem Spiel, sind die Punkte nummeriert, du verbindest sie mit einer Linie, und eine bekannte Gestalt zeigt sich. In meinen Bildern fehlen zwar die Nummern, die eine Ordnung vorsetzen, aber die Aufgabe ist die Gleiche. Der Sinn des Bildes und die Aktion des Betrachters. Die Auseinandersetzung mit dem Bild bedeutet in erster Linie die Art, wie du es anschaust. Das Bild entsteht am Ende deines Gedankens. Worte können die Idee der Kunst nicht wieder geben. Aber sie können dich führen in den Raum, wo Sinn und Illusion sich treffen. Über Kunst zu sprechen ist ziemlich unkommunikativ. Es ist als ob man ein präzises Schema zeichnen will, damit die Farben nicht über den Rand der Zeichnung heraus geraten. Aber im Umgang mit der Kunst muss man authentisch sein, folgerichtig und zugleich unbeständig in den Gedanken. Den Zufall vermeidend, oder sich ihn nützlich machend. Du kannst auf Abwege geraten oder dich in etwas völlig Neues stürzen. Malerei ist wie der letzte Anker für Jemanden, der untergeht. In diesem Augenblick spielt es keine Rolle, welches Ufer er erreichen wollte oder wie der Name des Sees ist oder des Schiffes. Was zählt ist, dass er nicht mehr sinkt. Und dass er das Vergehen nicht zulässt. Ein merkwürdiges Gefühl irgendwie."